9. Februar 2010 von Mechthild Seck
Ich bin das Land, das Land bin ich…wem gehört das Land. Land und Besitz… den ganzen morgen beschäftige ich mich schon mit solchen Gedanken. Naturvölker kannten keine Grundbücher, das Land diente Ihnen und Sie dienten dem Land.
Da es keine Besitzurkunden gab, wurde ihnen das Land geraubt. Landraub auch so ein schönes Wort. Desto länger ich über das Wort Land nachdenke, desto elementarer beschreibt es unser Dasein. Wir sind das Land, wir führen Kriege wegen dem Land, wir vernichten das Land, wir errichten etwas auf dem Land. Das Land ernährt uns, es ist unsere Existenz. Wir werden im Land begraben.
Die Landschaft über die oder in der ich meine Werke schaffe, wurde von Menschen verändert, bebaut, bearbeitet. Ich spüre die Gegenwart der Bauern, die hier leben und arbeiten. Das stellt mein eigenes Leben in den Zusammenhang zum Land.
Ich fühle mich als Schicht der vielen Schichten, die diese Landschaft birgt.
Irgendwann wird auch meine Schicht wieder überlagert.
Wie bei der Malerei , ich schichte und zeige im fertigen Werk einen momentanen Seinzustand, der jedoch jederzeit verändert werden könnte.
Sichtbar ist das momentane, meine Willenserklärung.
Zwischen der vertrauten inneren Perspektive und der äußeren, entfernten Landschaft findet ein Dialog statt.
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7. Februar 2010 von Mechthild Seck
Einige Überlegungen
was ist Land, was ist mein Land? Bin ich das Land oder ich bin das Land.
Wo ist meine Behausung, mein Nest meine Zuflucht? Wo inzeniere ich mein Leben?
Schoß, Höhle, Mutter, Mantel, Ort, Erdenleib, Erdinnere, Heim, Heimat, Ausgangspunkt, Bauchhöhle, Nährboden.
Schaffensort, darin sein und draußen sein, hineingehen und sich verstecken.
Mein Ort – mein Leben.
Das Ereignis des Ortes- dieser Ort des Lebens, Ort des Hierseins, Ort des sich Bewährens, Ort der Erfahrung.
Kommen und gehen.
Tägliches kommen und gehen.
Tag und Nacht.
Himmel und Erde
Dazwischen das Land.
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30. Januar 2010 von Loni Liebermann

An Karneval im Brackvenn

Brackvenn im Februar
An Karneval im Hohen Venn
Nun, ich lebe zwar schon 3 Jahrzehnte in der Aachener Region, aber ich bin eben nicht hier geboren. Und das kommt manchmal zum Durchbruch. Öfter mal in der Karnevalszeit. An einem Sonntag, der zu den Höhepunkten der närrischen Tage zählt, hatte ich die Idee: weg von hier. Es war kalt, doch die Sonne schien und ich dachte, dass ein einsamer Spaziergang im Hohen Venn ein interessanter Kontrast zu dem allgegenwärtigen Rummel wäre.
Ich fuhr zum Brackvenn westlich von Mützenich. Mein bevorzugter Parkplatz war voll. Auf dem nächsten Parkplatz erwischte ich den letzten freien Platz.
Zunächst musste ich ein Stück durch den Wald gehen. Als ich dann auf die freie Fläche kam, pfiff ein eisiger Wind und ich war froh, dass ich zufällig ein zweites Stirnband dabeihatte. Ich zog es mir quer zum anderen über Kinn und Mund. Es kamen mir etliche sehr vermummte Gestalten entgegen und eine Art Wir-Gefühl stellte sich ein. Niemand war verkleidet, nur eben sehr vermummt.
Als ich zurück auf den Parkplatz kam, warteten etliche Autos auf einen freien Platz.
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14. Januar 2010 von Loni Liebermann
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Pfeifengras im Hohen Venn

Imgenbroicher Venn

Pfeifengras im Imgenbroicher Venn
Unerwünschtes Gras
Im Hohen Venn breitet sich das Pfeifengras (Molinia) immer mehr aus und verdrängt die typischen Heidepflanzen und Moose. Die Ursachen dafür sind vor allem Entwässerungsmaßnahmen vergangener Jahrzehnte, die zu „inaktiven“ Hochmooren geführt haben. Denn wenn der Boden für die Torfmoose zu trocken wird, hört das Moor auf zu wachsen und verwandelt sich von einem „aktiven“ in ein „totes“ Moor. Inzwischen versucht man mit Renaturierungsmaßnahmen in den Hochmooren das Pfeifengras wieder etwas zurückzudrängen.
Auch wenn das Pfeifengras im Hohen Venn als Pflanze im Sinn einer Renaturierung nicht erwünscht ist, haben die Pfeifengraswiesen doch einen besonderen Reiz.
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14. Januar 2010 von Loni Liebermann

Monheimsallee mit Hansemann-Denkmal, Aachen

Weg zum Kasteel Neubourg bei Gulpen, NL
Die geordnete Natur, am Menschen ausgerichtet, sie geleitet ihn, spendet Schatten.
Der erhabene Fürst im Brennpunkt der Zentralperspektive. Der Sonnenkönig. Ich.
Alleen
Militärische, wirtschaftliche und kulturgeschichtliche Gesichtspunkte führten zur Entwicklung der Alleen. Der Begriff leitet sich vom französischen aller ab und bedeutet gehen. Das Barock mit der Liebe zu formalen Schlossgärten förderte die Anlage von Allen. Ein wesentliches Element der Gartenkunst dieser Zeit waren Geometrie und Planung.
Als der Autoverkehr ab Mitte des 20. Jahrhunderts immer mehr zunahm, wurden sehr viele Straßen verbreitert und knapp 50.000 km an Alleen mussten weichen. Als Argument zur Abholzung diente u.a. die Verkehrssicherheit (ADAC-Kampagne in den 1960er Jahren).
Heute werden Alleen wieder zunehmend geschätzt und !Sie können auch beurkundeter Alleenfan werden! Beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit!
Wie fühlen Sie sich, wenn Sie durch eine majestätische Allee schreiten?
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10. Januar 2010 von Loni Liebermann
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Beim Blausteinsee

- Beim Blausteinsee

Gestrüpp im Wurmtal

Kleine Wildnis im Wurmtal
Wildwuchs fotografisch gestalten
Die Rahmenbedingungen bei der Aufnahme haben eine klare formale Struktur: 4 Seiten, rechte Winkel, ein bisschen wie bei einem Sandkasten, darin findet dann das Spiel statt.
Erster Gedanke: Wirrwarr auf das Bildfeld bringen. Das Ergebnis ist manchmal recht homogen.
Abgründe, Löcher einbauen.
Raumperspektive einsetzen, mit Kontrasten arbeiten, sich auflösendes Zentrum.
Darf´s ein bisschen mehr Gestaltung sein? Etwas mehr Aufbereitung? Wildwuchs immer noch, aber besser verdaulich?
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9. Januar 2010 von Loni Liebermann

Wildes winterliches Wurmtal
Die Natur: dem Menschen zur Erholung. Oder was?
Was aus der Natur kommt, kann nicht schlecht sein. ?
Was kommt eigentlich letztlich nicht aus der Natur?
Neu: Der Mensch als ein Schützer, Bewahrer, Aufpasser der Natur, mit einem Steuerungs- und Koordinationskonzept zur zielgerichteten Beeinflussung von Prozessen. Sozusagen Controlling der Natur.
Müssen wir unser anthropozentrisches Weltbild radikal ablegen? Welche Konsequenzen hat es, wenn wir auf eine Hierarchie der Geschöpfe verzichten? Auch auf die machtvolle Rolle des Controllers?
Veränderung ist anregend, ja geradezu aufregend, wenn sie durch uns selbst herbeigeführt wird. Bedrohlich jedoch, wenn sie uns widerfährt.
Aktive Gestaltung der Natur: z.B. Einrichtung von Parkanlagen, Landschaftsparks.
Kontrollverlust: z.B. bei Wildwuchs, bei der Veränderung beliebter Heidelandschaften.
Kontrolle des Kontrollverlusts: exaktes Erfassen und Dokumentieren der Entwicklung von Flora und Fauna
Zitate
„Ordnung ist das halbe Leben – woraus mag die andere Hälfte bestehen?”
Heinrich Böll (1917-85), dt. Schriftsteller, 1967 Georg-Büchner-Preis, 1972 Nobelpr. f. Lit.
„Ordnung ist die Lust der Vernunft. Unordnung die Wonne der Phantasie.”
Paul Claudel (1868-1955), frz. Diplomat u. Dichter
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8. Januar 2010 von Loni Liebermann

Eine Pflanze, die so gut wie jeder hier kennt, ist das allseits beliebte Gänseblümchen – ein Einwanderer! Der ursprüngliche Verbreitungsschwerpunkt liegt im Mittelmeerraum. Eines der Stadttore von Babylon aus der Herrschaft von Nebukadnezar II. (605 bis 562 v. Chr.), das Ischtar-Tor , ist mit einer ornamentalen Gänseblümchenreihe verziert und zeugt von der frühen Wertschätzung der kleinen Blume.
Als in vorgeschichtlicher Zeit mit der Ausbreitung der Viehwirtschaft viele Wälder in Nordeuropa gerodet wurden und Viehweiden entstanden, breitete sich mit ihnen auch das Gänseblümchen nach Norden aus. Deshalb zählt man das Gänseblümchen zu den Archäophyten, das sind Pflanzen, die vor der Entdeckung Amerikas durch Columbus (1492) in ein neues Gebiet eingeführt wurden und sich dort selbständig vermehrten.
Durch die Verbreitung von Parkanlagen und Gärten mit „gepflegten“ Rasenflächen fand das Gänseblümchen eine weitere ideale Voraussetzung für seine Ausbreitung. Und mit verunreinigten Grassamen wanderte das Pflänzchen schließlich auch nach Nord- und Südamerika, entlang der pazifischen Küste, nach Neuseeland und andere Länder aus. Neophyten nennt man solche Pflanzen, die bewusst oder unbewusst von Menschen nach 1492 eingeführt wurden.
Das Gänseblümchen, Bellis perennis, wächst fast auf jeder nährstoffreichen Wiese, jedem Rasen in Mittel- und Nordeuropa. Die einzige Bedingung ist, dass das Gras regelmäßig geschnitten, bzw. abgeweidet wird. Wenn das nicht der Fall ist, wird das niedrig wachsende Pflänzchen schnell überwuchert. Die Blüte richtet sich nach der Sonne aus und schließt sich abends oder bei Regenwetter. Blütezeit: Februar bis November.
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7. Januar 2010 von Loni Liebermann

erster Schnee

Pfeifengras im Brackvenn (Hohes Venn), Belgien

Auf der Sophienhöhe - eine rekultivierte Halde des Braunkohletagebaus bei Jülich

Wiese mit jungen Bäumen auf der Sophienhöhe, einer Halde des Braunkohletagebaus bei Jülich
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7. Januar 2010 von Loni Liebermann

Im allgemeinen Sprachgebrauch versteht man unter Wiese ein Stück Land auf dem Gras und vielleicht noch ein paar Blumen wachsen. Bei dem Versuch einer genaueren Definition wird´s schnell schwierig. Rasen, Weide, Grünland, Steppe – alles Wiese? Also erst mal bei Wikipedia nachlesen …
Eine Wiese ist also im weitesten Sinn landwirtschaftliches Grünland, ein „…Lebensraum, der seit einigen Jahrtausenden durch den Menschen geschaffen und erhalten wird. Man spricht daher von einer Halbkulturformation …“ Ein Rasen dagegen wird nicht landwirtschaftlich genutzt und in einer Steppe wächst zwar Gras, aber Büsche und Bäume könnten dort nicht gedeihen, da die Wachstumsphasen klimabedingt auf kurze Zeiten im Frühling und Herbst beschränkt sind.
Um die Entstehung der Wiesen zu verstehen, ist erst mal die Geschichte des Waldes seit Ende der letzten Eiszeit vor 12.000 Jahren interessant. Mitteleuropa war damals mehr oder weniger waldfrei. Nach der Eiszeit begann die Rückwanderung der Wälder in die baumlosen Steppen. Birken und Kiefern waren die Pionierpflanzen, später folgten weitere Baumarten.
Die eiszeitlichen Jäger und Sammler lebten vorwiegend als Nomaden. Später, in der wärmeren Epoche der Jungsteinzeit (etwa 5500 – 2200 v.Chr.) verbreitete sich die Sesshaftigkeit im Zusammenhang mit Ackerbau und Viehzucht in Mitteleuropa. Um die Anbauflächen und Weideflächen zu vergrößern, wurde Wald gerodet.
Die Wiesen in Mitteleuropa haben also eine Geschichte / Kulturgeschichte von mehreren Tausend Jahren.
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